
Ein Reisebericht, den ich am
10.9.2000 als Rückmeldung erhalten habe:
"Zunächst noch mal herzlichen Dank für Ihre guten Ratschläge für die
Wanderung Mare a Mare Süd in Korsika, von der wir gerade hell begeistert
zurückgekehrt sind. Sowohl wir, die Erwachsenen, als auch unsere Kinder mit 10
und 13 Jahren, haben einen wunderschönen Wanderurlaub erlebt, den wir gerne
weiter empfehlen.
Über Ihre Anregungen hinaus möchte ich noch einige Ergänzungen und Tipps
geben.
1. Anforderungen
Wer bereits mehrtägige Bergwanderungen mit Gepäck gemacht hat, kann sich
den Mare a Mare Süd durchaus zutrauen. Wir empfehlen aber vor der Wanderung die
Kondition mit Fahrradtouren und einer zweitägigen Wanderung zu trainieren. Bei
dieser Gelegenheit kann man auch nochmals die Eignung der Ausrüstung testen.
Wichtig erscheint mir ferner die Motivation der Erwachsenen und der Kinder. Man
muss sich darüber im klaren sein, dass neben dem Spaß und der Freude auch eine
Woche massive Anstrengung bevorsteht. Man sollte keine der Tagestouren unterschätzen.
2. Kinder
Wir empfehlen die Kinder frühzeitig vor der Wanderung und auch während der
Wanderung in Entscheidungen einzubinden und sie gut über den Ablauf zu
informieren. Dann steigt die Akzeptanz und die Motivation erheblich.
Hilfreich ist es sicherlich, wenn die Kinder bei ihrem Naturerleben bereits ein
"Spezialgebiet" haben, in dem sie sich gut auskennen (z.B. Bäume,
Eidechsen, Vögel) und das sie nun unter den so anderen Bedingungen beobachten können.
Bei uns war das zum Beispiel das Thema Insekten, und hier speziell die Libellen.
Ein Gepäck von 5 kg für die Kinder scheint uns kaum machbar, wenn jeder
ausreichend Trinken und Regenzeug bei sich hat. Wir haben mit ca. 7 kg für den
10-jährigen und 8.5 kg für die 13-jährige gute Erfahrungen gemacht.
Das Thema Sonne hatte uns vorher etwas Kopfzerbrechen breitet, weil wir in den
Alpen schon öfters Probleme damit hatten. Beim Mare a Mare Süd war das glücklicherweise
gar kein Problem, da mindestens die Hälfte des Weges schattig ist. Selbstverständlich
ist natürlich eine Mütze und wir hatten zur Sicherheit auch noch ein
Alu-Sitzkissen dabei, das man als weiteren Sonnenschutz über die Mütze binden
konnte.
Zum Thema Trinken empfehlen wir, den Kindern Trinkbeutel (z.B. Aquaduct 2l) mit
Schlauch im Fahrradzubehör zu kaufen. Die Beutel werden sicher im Rucksack
verstaut und die Kinder können sich so mit dem Schlauch und Mundstück auch während
der Wanderung permanent mit Flüssigkeit (Isostar, Xenofit) versorgen. Den
Kindern macht dies sehr viel Spaß und wenn man sorgsam damit umgeht (Beutel
vertikal verstauen, Mundstück mit Gewebeband sichern) läuft auch nichts aus.
Die Reservierung der Gites sollte bereits einige Wochen vorher erfolgen, denn
dann kann man bei Absagen (bei uns z.B. Levie) noch ein Ausweichquartier
organisieren. Wir empfehlen Halbpension zu nehmen, z.T. ist diese wohl auch
obligatorisch. Kinder zahlen den vollen Preis!
3. Tourenablauf
Wir haben 6 Tage für den Mare a Mare Süd gebraucht.
1. Tag Porto-Vecchio - Cartalavonu
2. Tag Cartalavonu - Levie
3. Tag Levie - Serra (kurze Variante)
4. Tag Tagesausflug Serra - Quenza
5. Tag Serra - Tallo
6. Tag Tallo - Burgo
Wir empfehlen, sich zum Ausgangspunkt des Mare a Mare Süd (einige km von Porto
Vecchio entfernt) und vom Endpunkt in Burgo nach Propriano mit dem Auto bringen
zu lassen. Dann kommt man unverbraucht am Ausgangspunkt an und man spart sich
dabei den frustrierenden Marsch an der Straße entlang. Aber Vorsicht: es kann
schon vorkommen, dass man kein Taxi in Porto Vecchio bekommt. Dann ist es
hilfreich, wenn man privat bei B&B untergebracht ist und eine hilfsbereite
Vermieterin in ihrer Bekanntschaft einen Fahrer organisiert. Von Burgo nach
Propriano bringt einen die Köchin der Gite für 100 FF.
Wir haben es alle als schön empfunden, einen Pausentag in Serra einzulegen. Zum
einen ist die Gite schön und das Essen gut, zum anderen ist die Tour nicht so
durchgeplant und man könnte einen Tag auch mal zum Faulenzen oder Blasen
kurieren verwenden. Wir haben an diesem Tag eine kleine, aber wunderschöne
Wanderung von Serra nach Quenza gemacht. Da von dort kein Bus zurück geht, hat
uns der Herbergsvater für 50 FF freundlicherweise in Quenza abgeholt.
Wir empfehlen kurze Trinkpausen alle 30 Minuten und alle Stunde ein 10-minütige
Pause für einen Müsliriegel oder Traubenzucker.
Die Wanderzeiten, die in der Literatur angegebenen sind, konnten wir i.d.R. gut
nachvollziehen. Manchmal haben wir die Zeiten mit, manchmal auch netto (ohne
Pausen gerechnet) geschafft. Die Markierung war, abgesehen von einigen Stellen
in den Ortschaften, die kurze Variante des 3. Tages, oder bei neuangelegten
Wegen und Straßen, immer ausgezeichnet. Die Wegführung war ganz hervorragend
und sehr überlegt."
Ich denke, dieser Bericht kann jedem
Interessierten als Entscheidungshilfe recht nützlich sein!
Danke
für diese Rückmeldung!
